Der Auszubildende Thomas Whitney demonstriert die Funktion des Rollstuhls mit Stehfunktion. Dank dieser Hilfe kann der junge Mann die Trichterfräsmaschine problemlos bedienen.
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Das Berufsbildungswerk des Josefsheims Bigge erschließt eine neue Zielgruppe für sein Ausbildungsangebot in der Orthopädietechnik. Ab sofort werdem im Josefsheim Rollstuhlfahrer zum Orthopädiemechaniker und Bandagisten ausgebildet.
"Mit unseren ausgezeichneten Möglichkeiten können wir bis zu fünf Menschen mit Behinderung im Rollstuhl gleichzeitig ausbilden", sagt Abteilungsleiter Michael Martin.
Dabei wird den Auszubildenden ein recht einfaches technisches Hilfsmittel zugute kommen: ein Rollstuhl mit Stehfunktion. Per Knopfdruck kann sich der Benutzer in wenigen Sekunden in eine stehende Position bringen. Dank dieser Hilfe können auch Rollstuhlfahrer alle Maschinen sicher bedienen.
Die Ausbildung zum Orthopädiemechaniker und Bandagisten dauert dreieinhalb Jahre. Durch die Versorgung der im Josefsheim lebenden Menschen mit Behinderung und durch die Zusammenarbeit mit der benachbarten Elisabeth-Klinik als orthopädische Fachklinik ist sie besonders praxisnah. Die Auszubildenden werden individuell geförtdert. Sie profitieren von sozialpädagogischer und psychologischer Begleitung, Stütz- und Förderunterricht und kleinen Klassen im Heinrich-Sommer-Berufskolleg, der hauseigenen Berufsschule. Die Jugendlichen wohnen im Internat oder lernen in kleinen Wohngruppen in Bigge selbstständig zu leben. Ein Integrationsdienst unterstützt sie bei Kontakten mit möglichen Arbeitgebern oder mit der Arbeitsagentur.
Michael Martin ist überzeugt, dass die praxisorientierte Ausbildung zum Orthopädiemechaniker und Bandagisten gerade für Menschen im Rollstuhl eine gute Wahl ist. "Sie haben später klare Vorteile im Beruf. Zum Beispiel können sie aufgrund eigener Erfahrungen Menschen mit Behinderung besser beraten und werden von Kunden als kompetenter Ansprechpartner akzeptiert." Deshalb haben Absolventen dieses Ausbildungsganges später gute Chancen als Außendienstmitarbeiter von Sanitätshäusern und Hilfsmittelherstellern, schätzt Michael Martin.
Interessenten können sich an den Sozialdienst des Berufsbildungswerks im Josefsheim Bigge wenden (Winfried Rösen, Tel. 02962 800476, E-Mail: sozialdienst.bbw@josefsheim-bigge.de. Vor der Entscheidung für eine solche Ausbildung sind auch Praktika oder Probearbeit möglich.
Der Auszubildende Thomas Whitney demonstriert die Funktion des Rollstuhls mit Stehfunktion. Dank dieser Hilfe kann der junge Mann die Trichterfräsmaschine problemlos bedienen.