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Urban&Kemmler: MOT-Preis

Korsett-Technik aus Weiden mit "MOT-Preis" ausgezeichnet

Fehlbildungen der Wirbelsäule sind bei jungen Menschen ein häufiges Krankheitsbild. Die Korrektur mit einem Korsett ist oft unumgänglich. Diese Versorgung erfordert neben der diagnostischen Leistung der Ärzte eine hohe händische Fertigkeit des Orthopädietechnikers, aber auch eine umfassende psychologische Kompetenz des gesamten interdisziplinär arbeitenden Behandlungsteams.

Kinderorthopäde Dr. Jan Matussek, Oberarzt und Leiter der Kinderorthopädie der Orthopädischen Klinik für die Universität Regensburg im Asklepios Klinikum Bad Abbach wurde für eine klinische Studie zur Behandlung von Wirbelsäulenverkrümmungen mit dem „MOT-Forschungspreis“ ausgezeichnet. Maßgeblich am Erfolg beteiligt war der Orthopädietechniker Walter Stemper des Weidener Unternehmens „Urban & Kemmler“.

Der so genannte „MOT-Forschungspreis“ wird regelmäßig bei der jährlichen Tagung der Vereinigung Süddeutscher Orthopäden für außergewöhnliche Leistungen vergeben. Ausgelobt wird diese mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung von der Fachzeitschrift „Medizinisch-orthopädische Technik“. Grundlage der diesjährigen Prämierung war die „praktische interdisziplinäre Durchführung und wissenschaftlich-prospektive Kontrolle“ der Behandlung von Wirbelsäulenverkrümmungen (Skoliosen) mit einem speziellen, handgefertigten Korsett. Eine wichtige Rolle bei der Preisvergabe spielte für Redaktionsleitung, Beirat und Gutachterausschuss des Fachmagazines der interdisziplinäre Ansatz. Im spezielle Fall heißt das die Kooperation der Orthopäden Dr. Jan Matussek und des Assistenzarztes Dr. Florian Oczipka aus dem Team von Prof. Dr. Dr. Joachim Grifka, Inhaber des Orthopädie-Lehrstuhles an der Universität Regensburg, der Sportwissenschaftlerin Silvia Dullien und des Orthopädietechnikers Walter Stemper.

„Diese Korsett-Technik erfordert nicht nur eine besondere technische Fertigkeit des Meisters“, erklärt Bernd Urban, Geschäftsführer des „Centrum für technische Orthopädie – Urban & Kemmler“, sondern auch „hohe Erfahrung und großes psychologisches Einfühlungsvermögen“ gerade bei den jungen Patientinnen. Diese Kompetenzen seien in der Person von Walter Stemper, einer von fünf Meistern im Unternehmen vereint. Der 54jährige arbeitet seit vier Jahren im Unternehmen und kooperiert in der Zweigstelle Bad Abbach sehr eng mit dem universitären Orthopädie-Lehrstuhl.

Besonderheit des der Studie zu Grunde liegenden so genannten Chêneau-Korsettes ist die systematische Spiegelung nach einem handgefertigten Gipsabdruck der Patientin bzw. des Patienten. Zum Einsatz kommt dabei nicht – wie vermutet – Computer gesteuerte CAD-Technik, vielmehr wird der Gipsabdruck, der wiederum Konter für die Erstellung des Korsetts ist, in Scheiben geschnitten und von der fehlerhaften Ist-Form (Verkrümmung) unter Berücksichtigung des Röntgenbildes in die erwünschte Soll-Form gebracht.

Der verliehene „MOT-Forschungspreis“ ist ein Beweis für die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit von Wissenschaft und Handwerk im Sinne der Patienten. Besondere Bedeutung für das Berufsbild des Korsettbauers hat ein Satz aus der schriftlichen Einreichung zum Preis: „Es drängt sich auf, aus der Kunst der konservativen Behandlung und des Korsettbaus eine exaktere, nachvollziehbare Wissenschaft zu machen, deren Rolle genau zu definieren ist.“

Hintergrundinformation:
Schon bei der Entwicklung des nach ihm benannten Skoliose-Korsetts in den 70er Jahren hatte der französische Arzt Jacques Chêneau eng mit Orthopädietechnikern und weiteren Medizinern kooperiert. Das Chêneau-Korsett ist in Europa derzeit das gängige Mittel zur konservativen und somit nicht-operativen Behandlung von Wirbelsäulen-Verkrümmungen. Der erste Preis an das Kompetenz-Team wurde für das Thema "Die systematische dreidimensionale Spiegelung der Rumpfachsensymmetrie in modernen handgefertigten Derotationskorsett (Typ Chêneau)" vergeben. Im Speziellen geht es um die individuelle Versorgung definierter thorakaler Verkrümmungen, also Fehlformen der Wirbelsäule im Brustbereich. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Arzt, Techniker und Sportwissenschaft erzielt sehr gute Ergebnisse bei der Versorgung entsprechender Fehlstellungen.

Rückfragen:

Bernd Urban, Geschäftsführer Urban & Kemmler - reha team Ostbayern
(Kontakt über Christiane Wild, Assistentin der Geschäftsführung)
Telefon 0961-45 125-12 / E-Mail christiane.wild@urban-kemmler.de

Quellen:

Die Arbeitsgruppe, die mit dem MOT-Preis ausgezeichnet wurde, v. l.n.r.: Dr. med. Florian Oczipka, Assistenzarzt, Orthopädische Klinik für die Universität Regensburg, Asklepios Klinikum GmbH, Bad Abbach Silvia Dullien, Dipl.-Sportwissenschaftlerin, Orthopädische Klinik für die Universität Regensburg, Asklepios Klinikum GmbH, Bad Abbach Dr. med. Jan Matussek, Oberarzt, Leiter Kinderorthopädie, Orthopädische Klinik für die Universität Regensburg, Asklepios Klinikum GmbH, Bad Abbach Walter Stemper, Orthopädietechniker- Meister, Fa. Urban & Kemmler, Weiden/Bad Abbach

Die Arbeit am Gipsmodell erforderthohe dreidimensionale Vorstellungskraft. Orthopädietechniker Walter Stemper beherrscht sein Handwerk

Fotos: Klaus Bahringer, Klinikum Bad Abbach

 

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Kontakt:
Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik
Bernd Wünschmann
Leitung Presse&PR
Tel.: 0231/557050-60
Fax: 0231/557050-70
E-Mail: wuenschmann@ot-forum.de


 
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