Foto: Julian Mitzlaff, Stolle
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Es war im Mai 2010 unter Tiefdruckeinfluß und dann auch noch an einem Montag. 26 quitschfiedele Orthopädiemechanikeroberstufenlehrlinge und zwei leicht besorgte, wenn auch gestandene Lehrer, machten sich auf den Weg nach Leipzig, um mit uns den ISPO- Weltkongress unsicher zu machen.
Das lineup der Fahrzeuge reichte vom tiefergelegten Dreier, schrottreifen Passat bis zum frischgewaschenen Firmenfahrzeug, einheitlich mit verräterischen Verpackungsmüll zweier großer amerikanischen Fastfoodkette verziert, der verrät, das auch Pausen (wie angeordnet) auf der Strecke gemacht wurden. Das Fahren in der Kolonne war aus Sicherheitsgründen verboten worden. Woran Lehrer so alles denken?
Angekommen, Zelte in einem zukünftigen Feuchtbiotop auf einem Bauernhof aufgebaut und schnell die Grillogistik geklärt, stand einem Studium des Kongressplans und dem „was ist Pflicht, was ist Kür Gespräch“ nichts mehr entgegen. Der Bauer und seine Landarbeiter -der Kontakt kam über Herrn von Borstel zustande, der in irgendwelchen ungeklärten Verwandtschaftsverhältnissen zu den Bauernhofbesitzern steht – gab letzte Tipps zur kaum vorhandenen Infrastruktur und noch schlechteren Wetterprognose. Auch staunte er nicht schlecht über die Tatoos und Highheels unser Großstädter. Nachdem wir die Zeltleinen nochmal nachgespannt hatten, rollten wir uns todmüde und leicht fröstelnd in die Schlafsäcke.
Am nächsten Morgen wurde unter freiem Himmel mit eiskaltem Wasser geduscht oder so getan als ob. Es gab ein frugales Frühstück und dann brachen wir auf zum hoffentlich geheizten Messegelände. Jeder von uns Schülern nutze nun die Möglichkeit, diverse Vorträge auf dem ISPO-Kongress zu besuchen. Die Themenvielfalt war bestechend. Sie reichten von den Ausbildungssituationen in der ganzen Welt, über neuartige Prothesen bis hin zu den verschiedenen Amputationsmöglichkeiten mit ihren Vorzügen und Nachteilen. Wir haben oft gestaunt und uns viel in den Pausen über das Erlebte ausgetauscht.
Abends um 18:30 Uhr haben wir uns alle an einem Hotspot getroffen, um zurück zum Bauernhof zu fahren. Dort wurde lecker gegrillt und später ging es unter ersten leichten Regentropfen ab ins Zelt.
Nun sagt man, das Wetter in Hamburg sei schlecht und man muss stets auf die Tiede achten. Aber von einer kontinentalen Gewitterfront mit Fallböhen haben uns unsere Eltern nicht gewarnt. 30 cm Wasser pro qm sind in einem Zelt eine leicht zu ertastende Fläche. Es blieb nur die Flucht in die große Scheune.
Der Mittwochmorgen begann in aller Herrgottsfrühe, denn unser Platz sah aus wie ein Handgranatenwurfstand. Alles war nass, die Eigentümerverhältnisse völlig unklar. Wir packten alles zusammen und befreiten den Platz, i n der der von Lehrer Rocke bekannten Menschenkette von unserem und fremden Müll. Auf ging es zur Messe, auch heute wieder in einheitlichem Look. Damit wir Schüler uns auf dem großen Messegelände auch von weiten gegenseitig erkennen konnten, haben wir uns extra Poloshirts mit unserem selbst entworfenen Klassenlogo drucken lassen. Von wegen Corparate Idendity und so. Die Messe war grandios, besser noch als der Kongress.
Zu den Highlights auf der Messe zählen:
Diese zwei Tage, haben uns einen großen Einblick in die Bandbreite der verschiedenen Versorgungsmöglichkeiten gegeben. Es war auch mal interessant über den Tellerrand zu blicken, um zu sehen, was die anderen machen und vor allen Dingen wie. In Hinblick auf die nächste Messe, die wir leider nicht mehr als Klasse besuchen werden, möchten wir uns auch bei unseren Lehrern für die schöne Zeit in Leipzig bedanken. Das man sich sowas noch in dem Alter antut?
Verfasser: Svea Blaas, Marcel Sambale, Julian Mitzlaff
Foto: Julian Mitzlaff, Stolle
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