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Aktuelle Behandlungsmethoden bei neurologischen Erkrankungen wie Parkinson oder Schlaganfall diskutieren Therapeuten und Mediziner im neuen Programmbereich Neurologie der therapie Leipzig vom 10. bis 12. März 2011. Die Deutsche Gesellschaft für Neurotraumatologie und Klinische Neurorehabilitation (DGNKN) ist als ärztliche Fachgesellschaft Partner dieses erstmals angebotenen interdisziplinären Schwerpunktes.
Die Parkinson-Erkrankung steht am Donnerstag, dem 10. März 2011, im Mittelpunkt (10.00 bis 13.00 Uhr). Vorgestellt wird unter anderem die Bewegungstherapie LSVTBIG. Bei dieser Physiotherapiemethode werden ausgreifende, weit schwingende Bewegungen geübt - wie große Schritte nach vorn oder hinten. Das Training wirkt den für die Krankheit typischen Bewegungsstörungen entgegen. Denn Parkinson entsteht durch das Absterben spezieller Hirnzellen, so dass der Botenstoff Dopamin nicht mehr ausreichend produziert werden kann. Folge sind beispielsweise Zittern und Abschwächen der Bewegungen. So gehen Parkinson-Patienten unbewusst in immer kleineren Schritten - das typische 'Trippeln' - und bewegen sich immer langsamer. Die 2010 veröffentlichte Berliner LSVT-BIG-Studie belegt den positiven Effekt des neuen Verfahrens.
Moderne Erkenntnisse zur Rehabilitation nach einem Schlaganfall sowie zu Bewegungstherapie und Neurologie präsentieren Vortragsblöcke am 11. und 12. März 2011 (jeweils 9.30 bis 12.30 Uhr). Die motorische Rehabilitation steht im Zentrum des Workshops am Freitag, 11. März. "Das Symposium rückt die Wissenschaftlichkeit der Rehabilitation nach einem Hirninfarkt in den Vordergrund", erklärt Professor Dr. Horst Hummelsheim, Inhaber des Lehrstuhles Neurologische Rehabilitation an der Universität Leipzig und ärztlicher Direktor des Neurologischen Rehabilitationszentrums Leipzig. "Es werden evidenzbasierte Verfahren vorgestellt, deren Wirksamkeit erwiesen ist und die einer wissenschaftlichen Überprüfung standhalten", sagt Professor Hummelsheim, der auch Erster Vorsitzender der DGNKN ist.
Erkenntnisse aus der Sportmedizin
"Wir haben inzwischen vieles darüber gelernt, wie die motorische Rehabilitation gestaltet werden muss, damit sie wirkt. Wir wissen viel über motorisches Lernen und Neuroplastizität - also die Fähigkeit des Gehirns, sich veränderten Bedingungen durch Umorganisation anzupassen, neue Verknüpfungen herzustellen und damit zum Beispiel nach einem Schlaganfall verlorene Fähigkeiten wiederzuerlangen", betont Professor Hummelsheim. So werde mit Bewegungstraining diese Plastizität gezielt gefördert. Dies soll die gesunden Areale des Gehirns anregen, Aufgaben der durch den Schlaganfall geschädigten zu übernehmen. "Dabei profitieren wir von Erkenntnissen aus der Sportmedizin - zum Beispiel mit intensivem Üben, dem Training in der Nähe der individuellen Leistungsgrenze." Abgerundet wird dieser Programmteil mit einem Vortrag zu Schlaganfall und Fahreignung. Dabei wird auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen eingegangen sowie besonders auf die Anforderungen an die psychische Leistungsfähigkeit. Beispielhaft werden Testverfahren vorgestellt und die Bedeutung der Fahrverhaltensprobe diskutiert.
Wie sportliche Aktivitäten auf neurologische Erkrankungen abgestimmt werden können, zeigt der Workshop "Bewegungstherapie und Neurologie" am Samstag, dem 12. März. Er vermittelt unter anderem Wissen über den Beitrag sportwissenschaftlicher Fachgebiete zur Therapie neurologischer Krankheitsbilder. Zu den Themen zählen zum Beispiel Ausdauer- oder Krafttraining nach einem Schlaganfall.
Hintergrund therapie Leipzig
Die therapie Leipzig ist Deutschlands bedeutendste interdisziplinäre Fortbildungsveranstaltung für Physio- und Ergotherapeuten, Masseure und medizinische Bademeister, Ärzte, Logopäden sowie Sporttherapeuten und kooperiert mit 17 Berufsverbänden. Sie fand 2003 erstmals als eigenständige Kongressmesse statt und war 2009 mit 1.830 Kongressteilnehmern sowie 10.200 Fachbesuchern die größte Fachmesse mit Kongress der Branche. Zur fünften Ausgabe der therapie Leipzig vom 10. bis 12. März 2011 werden mehr als 250 Aussteller und rund 2.000 Teilnehmer im Kongressprogramm erwartet. Die Fachveranstaltung gliedert sich in die Bereiche: Medizinische Rehabilitation, Prävention sowie Medical Fitness und Wellness und Alternative Heilverfahren.
Interdisziplinäre Fortbildung Neurorehabilitation der DGNKN
Die Veranstaltungen im Einzelnen:
Morbus Parkinson
10.03.2011; 10.00 bis 13.00 Uhr
Prinzipien des LSVT-BIG-Trainings - eine neue Physiotherapiemethode Physio- und Ergotherapie weitere Aspekte
Referenten: Prof. Dr. Michael Jöbges, N.N.
Zielgruppe: Fachärzte Neurologie, Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden
Rehabilitation nach Schlaganfall
11.03.2011; 09.30 bis 12.30 Uhr
Prinzipien der motorischen Rehabilitation nach Schlaganfall
Rehabilitation motorischer Störungen: Rationale Therapiekonzepte in der Praxis Schlaganfall und Fahreignung aus neuropsychologischer Sicht
Referenten: Prof. Dr. Horst Hummelsheim, Dr. Caroline Renner, Ricarda Ludwig, Christiane Brendel, Dr. Hendrik Niemann
Zielgruppe: Fachärzte Neurologie, Physio- und Ergotherapeuten Logopäden
Bewegungstherapie und Neurologie
12.03.2011; 09.30 bis 12.30 Uhr
Ausdauertraining am Beispiel Schlaganfall
Krafttraining am Beispiel Schlaganfall
Der schwer betroffene Patient
Referent: Prof. Dr. Jan Mehrholz
Zielgruppe: Fachärzte Neurologie, Physio-, Ergo- sowie Sporttherapeuten
Ansprechpartner für die Presse:
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therapie Leipzig im Internet: www.therapie-leipzig.de