Neu an der Fachhochschule Münster: Prof. Dr. Martin Trauth. (Foto: Wilfried Gerharz)
Copyright: Pressestelle FH Münster / Wilfried Gerharz
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Für Prof. Dr. Martin Trauth gibt es nichts Spannenderes als die Biomechatronik-Forschung. „Dabei geht es nicht darum, besonders kostengünstige Technologien zu entwickeln, sondern Verfahren und Produkte, die den Menschen den größtmöglichen Nutzen bringen“, so der Physiker. Prothesen an das vorhandene Nervensystem anschließen, künstliche Muskeln entwickeln, mit elektrisch veränderlichen Kunststoffen experimentieren – das sind einige der Aufgaben, an denen der neu an die Fachhochschule Münster berufene Professor mit den Studierenden des Studiengangs Technische Orthopädie arbeitet.
Doch nicht nur die hochtechnologische Forschung fasziniert Trauth. „Ich habe großen Respekt vor dem Handwerk, das schon in vorakademischen Zeiten den technischen Fortschritt vorangebracht hat“, so der Wissenschaftler. Deshalb freue er sich, dass er nun an der Fachhochschule Münster im dualen Studiengang Technische Orthopädie lehrt und somit an der engen Zusammenarbeit von Handwerk und Forschung mitwirken kann. Bei diesem Modell absolvieren die Studierenden parallel zum Bachelorstudium eine Ausbildung. Der Hochschullehrer hält daher Kontakt zu vielen Handwerksbetrieben in der Region, die beispielsweise Orthopädieschuhtechniker ausbilden.
Technikbegeistert ist Trauth schon seit seiner Kindheit: genauer gesagt, seit er mit neun Jahren im Fernsehen die Mondlandung verfolgte. Raumfahrer war danach für viele Jahre sein Berufswunsch. Nach dem Abitur studierte der gebürtige Ludwigshafener allerdings lieber Physik in Karlsruhe und promovierte bis 1990 am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg. Gegenstand seiner Dissertation war ein Streuexperiment mit Lithium-Ionen im elektrischen Feld von Bleikernen. Nach dieser experimentalphysikalischen Grundlagenforschung zog es Trauth in die Praxis. Gemeinsam mit einem Partner gründete er die Firma GSP Trauth + Gerstenhöfer GmbH, ein Entwicklungsbüro für elektronische und physikalisch-technische Anlagen. Im Laufe der Jahre kamen Dienstleistungen in der Industrieautomation sowie Technologieberatung hinzu, vor sieben Jahren spezialisierte Trauth sich auf Biomechatronik.
Als Hochschullehrer will der Physiker nun sein Fachwissen weitergeben. Er legt großen Wert auf praxisorientierte Lehre, zum Beispiel durch Experimente und Exponate. Trauth: „Ich möchte den Studierenden anwendbares Wissen vermitteln, das sie in ihren späteren Berufen benötigen.“
Der 51-Jährige ist als passionierter Motorflieger auch in seiner Freizeit der Technik verbunden. Einen Ausgleich bietet ihm sein zweites großes Hobby, das Museumstheater. In Museen und bei kulturellen Veranstaltungen stellt er mit einer Gruppe Gleichgesinnter Figuren aus dem 18. und 19. Jahrhundert dar. Auf diese Weise macht er frühere Lebenswelten für das Publikum und sich selbst erlebbar. Trauths Lieblingsrolle: Privatgelehrter mit historischer Elektrisiermaschine.
Links:
Prof. Dr. Martin Trauth
https://www.fh-muenster.de/fb11/personen/professorInnen/trauth/trauth.php
Dualer Studiengang Technische Orthopädie
https://www.fh-muenster.de/fb11/studiengaenge/technische-orthopaedie-dual.php?p=2,3,1
Neu an der Fachhochschule Münster: Prof. Dr. Martin Trauth. (Foto: Wilfried Gerharz)
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