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Für den anerkannten Ausbildungsberuf ist gesetzlich keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Die konkrete betriebliche Einstellungspraxis und die Einstellungsbedingungen sind unterschiedlich. Hilfreich bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz kann das Abitur oder ein Abschluss einer Real- oder Handelsschule sein.
Grundsätzlich sollte der Bewerber über eine gute und schnelle Auffassungsgabe und handwerkliches Geschick verfügen. Er muss sich der Verantwortung bewusst sein, die dieser Beruf mit sich bringt. Da der Orthopädietechniker sowohl mit dem Handwerk und modernster Technik konfrontiert wird als auch mit Menschen in Berührung kommt, die auf seine Hilfe und sein Verständnis angewiesen sind, ist technisches Interesse, körperliche Gewandtheit und psychologisches Einfühlungsvermögen gleichermaßen wichtig.
Ausbildung
Der Orthopädietechniker ist laut Handwerksordnung vom 1. April 1998 ein Handwerk im Gesundheitswesen und ist als Ausbildungsberuf staatlich anerkannt. Die Ausbildungsdauer beträgt 3,5 Jahre und schließt mit der Gesellenprüfung vor dem zuständigen Prüfungsausschuss der Handwerkskammer ab. Wer den Realschulabschluss oder einen gleich- oder höherwertigen Abschluss nachweisen kann, wird im allgemeinen auf Antrag eine Verkürzung der Ausbildungszeit zugebilligt erhalten.
Die Ausbildung erfolgt im dualen System der Berufsausbildung. Charakteristisch für die duale Berufsausbildung ist es, dass die Auszubildenden die für die Berufsausbildung notwendigen Qualifikationen in einem Ausbildungsbetrieb und in einer Berufsschule erwerben. Die Verantwortung für die Ausbildung hat der ausbildende Betrieb.
Das Ausbildungsberufsbild gibt die Ausbildungsinhalte zusammengefasst und in übersichtlicher Form wieder. Die Ausbildungsinhalte jeder Berufsbildposition werden im Ausbildungsrahmenplan konkretisiert.
Der Ausbildungsrahmenplan ist die Grundlage für die betriebliche Ausbildung in der die zu vermittelnden Fertigkeiten und Kenntnisse sachlich und zeitlich gegliedert sind. Die Ausbildung in der Berufsschule ist durch den Rahmenlehrplan geregelt. Der Rahmenlehrplan ist ebenfalls nach Ausbildungsjahren gegliedert und umfasst Lerngebiete, Lernziele und Zeitrichtwerte die mit dem Ausbildungsrahmenplan abgestimmt sind.
Fachliche Weiterbildung
Wer die Gesellenprüfung mit Erfolg abgelegt hat, kann sich in vielerlei Hinsicht beruflich fortbilden. Durch den Besuch von Fortbildungenslehrgängen berufseigener Bildungseinrichtungen bzw. Fachschulen oder auch Abendkursen der Handwerkskammern ergeben sich eine Reihe von Möglichkeiten. Da das Angebot regional verschieden ist und auch den wechselnden Bedürfnissen angepasst werden muss, empfiehlt es sich bei konkreten Terminvorstellungen bei dem jeweiligen Arbeitsamt (Datenbank KURS), der zuständigen Innung oder Handwerkskammer nachzufragen.
Orthopädietechniker-Meister
Bei nachgewiesener, erfolgreich abgeschlossener Ausbildung kann die Prüfung zum Handwerksmeister angestrebt werden. Nur damit kann eine eigene, selbständige Tätigkeit und die Lehrausbildungsbefähigung erreicht werden. Orthopädietechniker können sich in speziellen Vorbereitungskursen (Abendkurse, Wochenendkurse und Ganztagskurse) das notwendige Wissen für die Meisterprüfung aneignen. Derartige Meisterkurse sind in verschiedenen Handwerkskammerbezirken eingerichtet.
Die Bundesfachschule für Orthopädie-Technik in Dortmund bietet einen Jahreslehrgang in Theorie und Praxis an, der mit der Meisterprüfung und dem Euro-Diplom, welches den europäischen Anerkennungsrichtlinien entspricht, abschließt. Darüber hinaus bietet die Bundesfachschule für Orthopädie-Technik kontinuierlich Fortbildungsseminare in allen Fachbereichen an.
Diplom-Ingenieur für Orthopädie- und Reha-Technik
Der Grundgedanke eines Studiengangs in Kooperation mit der Bundesfachschule für Orthopädie-Technik in Dortmund (BUFA) ist die starke Verzahnung von handwerklicher und theoretischer Ausbildung. Mindestvoraussetzung, diesen Studiengang zu beginnen, ist die abgeschlossene Ausbildung zum Orthopädietechniker, vier Jahre Berufserfahrung und das Bestehen der Bundesbegabtenprüfung oder die Fachhochschulreife mit abgeschlossener Gesellenprüfung. Studienbeginn ist jeweils das Sommersemester eines jeden Jahres. Werden alle Prüfungen an der Bundesfachschule, Handwerkskammer und Fachhochschule bestanden, wird eine Dreifach-Qualifikation als
zuerkannt.
Die Fachhochschule Münster Steinfurt bietet darüber hinaus einen dualen Studiengang (regluäre Berufsausbildung und Studium) an. Ein Studium im Fach "Orthobionik" ist ab dem Wintersemster 2011 an der privaten Fachhochschule Göttingen möglich.
Nähres finden Sie unter www.pfh.de